Liebe Leserinnen und Leser,

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FOTO: THOMAS MEYER/OSTKREUZ

vielleicht kennen Sie solche oder ähnliche Schicksale: Ein ägyptisches Mädchen rebelliert gegen ihre Eltern und flieht ins Ausland. Eine Mutter will ihre 14-jährige Tochter aus Aleppo zu sich holen, aber ihr Mann will sie in Syrien verheiraten. Eine afghanische Chefreporterin muss in Deutschland bei Null anfangen. Eine syrische Akademikerin startet im Exil ein neues Leben als Köchin. Eine Chorleiterin sehnt sich danach, irgendwann Friedenslieder in Syrien zu singen.

Die Reporterinnen und Reporter von Amal Berlin erzählen von Frauen, die ihre eigenen Wege gegangen sind, auch schmerzhafte. Sie alle sehnen sich nach Freiheit und Selbstbestimmung – auf sehr unterschiedliche Weise: Einige legen zum Beispiel ihr Kopftuch nach ihrer Ankunft in Deutschland erleichtert ab. Andere tragen es in der neuen Heimat selbstverständlich und selbstbewusst.

Dazu hat in einem freiheitlichen Land jede Frau das Recht. Es bleibt ihre Entscheidung. Dennoch wird viel darüber diskutiert, über Integration und Identität, darüber, ob ein Kopftuch ein Symbol der Abgrenzung sei. Aber für die Frauen geht es nicht darum. Es geht um ihre Selbstbestimmung als Frau, um ihre Selbstbestimmung als Muslimin. Wie so ein selbstbestimmtes Leben aussehen kann, davon erzählen die Berichte in diesem Heft.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) finanziert nun zum vierten Mal ein Magazin für Migranten und Migrantinnen in Deutschland. Sie erhalten es auf arabisch-deutsch oder persisch-deutsch. Die arabisch-persische Redaktion des Internetportals amalberlin.de, ebenfalls finanziert von der EKD, hat das Magazin gemacht.

Ich wünsche Ihnen eine anregende und unterhaltsame Lektüre.

Ihre Irmgard Schwaetzer,

Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland und chrismon-Herausgeberin