„Mit Hijab fühle ich mich sicher“

Arezu und Manal wollen ihre Haare bedecken. Und sie nehmen dafür vieles auf sich

ILLUSTRATION: LAURA BREILING
ILLUSTRATION: LAURA BREILING

„Manchmal bereitet etwas Probleme, das sonst Sicherheit gibt“, sagte Arezu. Die junge Afghanin will nicht mit richtigem Namen in der Zeitung stehen. Sie lebt seit drei Jahren in Deutschland und hatte Mühe, Arbeit zu finden - obwohl sie die nötigen Abschlüsse hat, und obwohl Menschen mit ihren Fähigkeiten gesucht werden.

2015 kam Arezzu mit ihrer Familie nach Deutschland - wegen des Krieges in Afghanistan, der Unsicherheit dort und schlechten Bedingungen für Frauen. Sie hatte daheim Wirtschaftswissenschaften studiert. In Deutschland bestand sie nach mehreren Kursen die Sprachprüfung C1. Und als ihre afghanischen Qualifikationen anerkannt waren, suchte sie einen Job.

Sie sagt: „Nach einiger Suche habe ich einen passenden Job gefunden. Ich habe meinen Lebenslauf eingereicht, wurde zum Bewerbungsgespräch eingeladen, es lief gut. Aber am Ende Sie haben mir gesagt: Sie erfüllen alle Bedingungen. Aber mit dem Hijab können Sie diesen Job nicht machen.“

Arezu wollte aber den Hijab, das festgebundene Kopftuch, nicht abnehmen. „Ich fühle mich damit wohler und sicherer“, sagt sie. - Auch bei einer weiteren erfolgreichen Bewerbung hieß es: „Es tut uns leid. Sie können hier nicht mit Hijab arbeiten.

Arezu hatte bis dahin mit ihren Eltern in Düsseldorf gelebt und auch nur dort gesucht. Nun erweiterte sie ihre Jobsuche. Sie fand schließlich einen Job in Bonn und beschloss, dorthin zu ziehen. Jetzt arbeitet sie dort als Sachbearbeiterin in der Personalabteilung eines Unternehmens. „Ich bin zufrieden und glücklich mit meiner Arbeit. Aber ich musste dafür von meiner Familie fortziehen in eine andere Stadt.“

Auch Manal machte diese Erfahrung. Sie ist eine junge Syrerin und Mutter von zwei Kindern. Auch sie kam vor drei Jahren nach Deutschland. Manal lebt in Berlin. Sie wollte ein sechswöchiges Praktikum in einem Kosmetiksalon absolvieren. Überall wurde sie abgelehnt - wegen des Hijab.

Nach einigen Anläufen bekam sie schließlich ein Praktikum als Verkäuferin in einem Bekleidungsgeschäft. Ihren Hijab darf sie anbehalten. Aber sie sorgt sich um ihre berufliche Zukunft – wie viele muslimische Frauen, die von sich aus den Hijab tragen möchten. Auch Manal sagt, der Hijab sei Teil ihrer Kultur. Er gebe ihr Sicherheit, sie fühle sich damit entspannter.

Shajahan Ahmadi