Liebe Leserinnen und Leser

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Foto: Kolja Warnecke

zehn Journalistinnen und Journalisten aus Syrien, dem Iran, aus Afghanistan und Ägypten betreiben in Berlin die Internetseite amalberlin.de, mit Nachrichten aus der Hauptstadt auf Arabisch und Persisch (S. 14-15). Wir, die Evangelische Kirche in Deutschland, konnten dieses Projekt von Anfang an unterstützen und freuen uns, nun die dritte Ausgabe unseres Chrismon-Spezial präsentieren zu können.

Drei der zehn Autoren sind inzwischen zu deutschen Medien gewechselt. Wer hätte das gedacht, als „Amal Berlin“ – „Hoffnung Berlin“ – vor zwei Jahren an den Start ging: Journalisten aus der arabisch-persischen Welt gelingt es, in so kurzer Zeit in Deutschland Arbeit zu finden - in einem Land, dessen Sprache sie nicht einmal kannten, als sie hier ankamen.

Nach den beiden ersten Ausgaben „Willkommen“ und „Ankommen“ geht es in diesem Heft um das „Bleiben“. Sehr unterschiedliche Erfahrungen kommen zu Wort, wenn Menschen von ihren Neuanfängen erzählen und davon, was ihnen das, trotz aller Freude über ihre Erfolge, in ihrem neuen Alltag abverlangt.

Lesen Sie von einem Tierarzt, der zwei Jahre nach seiner Flucht inzwischen an einem Potsdamer Institut arbeitet (S. 6-7). Aber ebenso von einer afghanischen Familie, die unter ihrer Entwurzelung so sehr leidet, dass sie zurückgeht in ihr Land, trotz aller Gefahr (S. 8-9).

Immer wieder geht es um Hoffnung und um Heimat, um Einsamkeit und um den Schmerz, getrennt von der Familie leben zu müssen. Dies zu ändern und uns für die Familienzusammenführung einzusetzen, wird bleibende Aufgabe für uns sein.

Indem all diese Menschen ihre Geschichten erzählen, geben sie uns Anteil an ihrem Leben – an dem, was gelingt und an dem, was schwierig ist.

Vielleicht kann dies dazu anregen, auch die eigene Geschichte zu überdenken und neue Ideen für das eigene Weiterkommen in Deutschland zu entwickeln.

Dafür wünsche ich Ihnen Gottes Segen,

Ihr

Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland