Was ist der Kirchentag?

Der Reformator Martin Luther in Pop-Art  Jugendliche auf dem Kirchentag Stuttgart, 2015  Motto aus der Bibel zum Kirchentag in Berlin und Wittenberg  So sehen große Veranstaltungen auf Kirchen­tagen aus
Jugendliche auf dem Kirchentag Stuttgart, 2015                    Motto aus der Bibel zum Kirchentag
Der Reformator Martin Luther in Pop-Art                             Großveranstaltung auf einem Kirchen­tag

Seit 1949 treffen sich evangelische Christen alle zwei Jahre zum Kirchentag. Er beginnt an einem Mittwoch im Frühsommer und endet am Sonntag danach. Über 100 000 Menschen kommen in eine deutsche Großstadt: 2013 nach Hamburg, 2015 nach Stuttgart und nach Berlin und Wittenberg, vom 24. bis 28. Mai. Sie besuchen Konzerte: Pop, Klassik, Jazz, Heavy Metal – alles. Sie hören Vorträge, Podiumsdiskussionen, Gottesdienste, Bibelauslegungen. Sie nehmen an Workshops, Stadtführungen oder Theateraufführungen teil. Sie diskutieren über Friedens-, Entwicklungs- und Umweltpolitik, über neue Formen kirchlicher Arbeit: in Messehallen, Kirchen, Konzertsälen und auf den Straßen. Pfadfinder helfen als Ordner. Jugendliche übernachten in Schulen. Ortsansässige stellen ihre Privatwohnungen für Gäste zur Verfügung. Tausende von Trompetern und Posaunisten spielen gemeinsam in Fußballstadien oder am Ufer großer Flüsse.


500 Jahre Reformation, seit 1517

In diesem Jahr ist der Kirchentag in zwei Städten. In Wittenberg, weil dort vor 500 Jahren die Reformation begann. Und in Berlin, weil Wittenberg für die vielen Besucherinnen und Besucher zu klein ist. Gefeiert wird die Reformation, weil sie die Kirche und die Gesellschaft erneuerte. Es kam zu religiöser Vielfalt in Europa. Es wurden Schulen für alle gegründet. Die Bürger emanzipierten sich und forderten nach und nach ihre Rechte. Der bekannteste Reformator, Martin Luther, schuf das moderne Hochdeutsch. Er übersetzte die Bibel ins Deutsche und schuf Worte, die bis heute gebraucht werden. Er unterschied zwischen Religion und Politik. Mit seinem Mut wurde er zum Vorbild für viele Deutsche. Luther ist auch umstritten, weil er gegen Juden hetzte. Auch rief er die Fürsten auf, Bauernaufstände brutal niederzuschlagen. Wichtiger als die Person Martin Luther sind seine Leistungen und die seiner Mitstreiter für die europäische Geschichte – und für die ganze Welt.


Programm für Geflüchtete

Jeder und jede darf zum Kirchentag kommen, egal welcher Religion, Weltanschauung oder Nationalität. Menschen aus der ganzen Welt reisen für dieses einzigartige Gemeinschaftserlebnis nach Deutschland. Es wird viele Diskussionen über Politik, Gesellschaft und Religion geben. Auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Bundespräsident und werden auf dem Kirchentag erwartet, ebenso viele andere wichtige Politiker. Bei vielen Veranstaltungen können Geflüchtete mit anderen ins Gespräch kommen und von ihren Erfahrungen berichten. Außerdem sind viele Diskussionen zu Flucht, Migration und Integration im Programm. Und vieles, wofür man kein Deutsch verstehen muss. Geflüchteten Menschen bietet der Kirchentag einen ermäßigten Preis von 26 € für die Dauerkarte, die auf dem gesamten Kirchentag gilt – also beim Besuch fast aller Veranstaltungen. Übernachtungen in einem Gemeinschaftsquartier für vier Nächte in Berlin kosten weitere 21 €. Auch die Unterkunft in Privatquartieren ist möglich.

Infos: www.kirchentag.de/gefluechtete
Mail: info@kirchentag.de
Telefonische Anmeldung: +49 30 400 339 100