Was feiert ihr da?

Die wichtigsten christlichen Feiertage

Advent

Advent
Illustration: Maren Amini

Der Advent (wörtlich übersetzt: die Ankunft) ist die Vorbereitungszeit auf das christliche Weihnachtsfest, das Geburtsfest Jesu (25. Dezember). Der Advent beginnt vier Sonntage vor Weihnachten. Die Zeit ist geprägt durch die Vorfreude auf die Weihnachtsfeiern. Die Adventskränze, meist aus Tannenzweigen gebunden, tragen vier Kerzen, für jeden Sonntag eine. Nach und nach werden an den Sonntagen die Kerzen entzündet, bis am Ende alle vier brennen. Die Innenstädte und die Wohnungen werden im Advent mit Kerzen und Tannenzweigen geschmückt. Es finden besondere Konzerte und Weihnachtsmärkte statt.

 

Weihnachten

Weihnachten
Illustration: Maren Amini

Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu, für Christen der Sohn Gottes. Es wird in Kirchengemeinden und in den Familien gefeiert. Die Geburt des Kindes ist ein Symbol dafür, dass mit Gottes Sohn das Licht in die Welt kommt. Maria, die Mutter Jesu, brachte ihren Sohn in einem Stall bei Bethlehem zur Welt und legte ihn in eine Futterkrippe. Engel verkündeten die Geburt des Erlösers, Menschen besuchten den Neugeborenen. In Kirchengemeinden, auf Marktplätzen und in ihren Wohnungen stellen Christen eine Krippe mit mehreren Figuren auf: mit dem Kind, seiner Mutter Maria, seinem Vater Josef, mit Tieren (Ochse, Esel und Schafen) und Hirten. Zu Weihnachten gehören Lieder und Tannenbäume mit Kerzen und Schmuck. Schon am Abend des 24. Dezember feiern viele Kirchengemeinden besonders stimmungsvolle Gottesdienste. Freunde und Verwandte erhalten Geschenke, ein Symbol dafür, dass durch die Geburt Jesu die ganze Menschheit beschenkt wurde. In Deutschland sind der 25. und 26. Dezember arbeitsfreie staatliche Feiertage.

 

Fastenzeit

Fasten
Illustration: Maren Amini

Am Aschermittwoch, sechseinhalb Wochen vor Ostern, beginnt die vierzigtägige Fastenzeit, die Vorbereitungszeit auf Ostern. Sie gilt in den christlichen Kirchen vor allem als Zeit der geistigen Selbstbesinnung und der Zuwendung zu den anderen Menschen. Ob man auch auf Essen, Trinken und anderes verzichtet, entscheidet jeder selbst. In der Passionswoche gedenken Christen der Festnahme, Verurteilung und des Kreuzestodes Jesu. Am Gründonnerstag, dem Donnerstag vor Ostern, aß Jesus ein letztes Mal das Abendmahl mit seinen Jüngern. Der Karfreitag gilt als der Tag der Kreuzigung Jesu.

 

Ostern

Ostern
Illustration: Maren Amini

Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesu am dritten Tag nach seiner Kreuzigung. Das Datum wechselt von Jahr zu Jahr. Evangelische Christen feiern, sogar in Gottesdiensten am frühen Sonntagmorgen (um 5 oder 6 Uhr), dass Jesus seinen Anhängern lebendig erschienen ist und bis heute in der Welt wirkt. Oft ist die Kirche zu Beginn des Gottesdienstes dunkel. Drei Mal singt der Pfarrer oder die Pfarrerin: „Christ, unser Licht.“ Wenn die große Osterkerze entzündet wird und viele kleine Kerzen der Besucher, verbreitet sich das Licht in der Kirche. Ein eindrucksvolles Ritual. Der Osternachtgottesdienst ist ein beliebter Termin für Taufen. Manche Kirchengemeinden entzünden in der Nacht vor dem Gottesdienst auch ein Osterfeuer im Freien. In Deutschland sind Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag staatliche (arbeitsfreie) Feiertage.

 

Reformationstag

Reformation
Illustration: Maren Amini

Am 31. Oktober gedenken evangelische Christen einer folgenreichen Tat im Jahr 1517. Martin Luther, Mönch und Professor in Wittenberg (mitten in Deutschland), nagelte ein Schreiben mit 95 Thesen zur Buße und Sündenvergebung an das Tor der Schlosskirche. Damit löste er eine heftige Debatte über die Kirche aus. Buchdrucker halfen, Luthers Thesen schnell zu verbreiten, ebenso seine später folgenden Schriften, zum Beispiel „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. Der Papst in Rom verurteilte Luther als Ketzer. Luther verbrannte das päpstliche Verurteilungsschreiben öffentlich. Immer mehr deutsche Fürsten und Christen sagten sich vom Papst los. Die Reformation zog weite Kreise. Jedes Jahr am 31. Oktober (2017 zum 500. Mal) erinnern evangelische Christen an diese Ereignisse.